DIE REDEN
Lucy Dreyhaupt (ASG) zur Demokratie
„Demokratie ist nicht nur ein politisches System, sondern eine Lebensweise, die auf Respekt, Freiheit und Gleichheit basiert.“
Diese Worte stammen von Nelson Mandela. Wenn wir an Demokratie denken, denken wir meistens an etwas Großes: An den Bundestag in Berlin, an den
Bundeskanzler, Parteien, Wahlen und Gesetzesbücher. Wir denken an bedeutende Entscheidungen. Entscheidungen, die meist andere Treffen. Die
wenig mit uns persönlich zu tun haben. Aber Demokratie betrifft uns alle und beginnt nicht in Berlin. Sie beginnt hier, bei uns, in unserem Alltag In der Art und Weise, wie wir miteinander reden, wie wir miteinander umgehen und wie wir miteinander streiten. Wir alle kennen Situationen aus unserem täglichen Leben, in denen dieses Miteinander auf die Probe gestellt wird, egal ob im Unterricht, beim Sport, im Verein oder einfach im Freundeskreis.
Denkt zum Beispiel an eine ganz einfache Gruppendiskussion. Bei der Planung des Wandertags möchten die einen unbedingt in den Kletterwald, die nächsten würden gerne ins Phantasialand fahren und andere wollen den Tag vielleicht einfach im Park verbringen. Wie gut halten wir es aus, wenn die Wünsche und
Ideen von anderen mit meinen konkurrieren? Hier beginnt Demokratie: Sie bedeutet das Zulassen von Diskussionen und Kompromissen. Sie verlangt Toleranz.
Demokratie bedeutet nicht nur das Recht, eine eigene Meinung zu haben, sondern auch die Pflicht, anderen das gleiche Recht einzuräumen. Genau das schützt uns davor, dass am Ende nur noch eine Meinung zählt. Man muss Einander zuhören, einander verstehen wollen und sich erklären können. Andernfalls entsteht Frust, Gleichgültigkeit, Spaltung.
Es wachsen Mauern zwischen Menschen, wo keine Mauern hingehören Genau an dieser Stelle entsteht eine große Gefahr für unser Zusammenleben. Denn aus Frust wird extrem schnell Gleichgültigkeit. Wer das Gefühl hat, dass die eigene Stimme nichts zählt, zieht sich zurück. Man hört auf, sich einzubringen. Und aus dieser Gleichgültigkeit fällt irgendwann die Aussage, die man immer häufiger hört: „Die da oben machen ja ohnehin, was sie wollen.“ Wenn Menschen den Glauben daran verlieren, dass Zuhören und Diskutieren etwas bewegen können, werden einfache Antworten plötzlich verlockend.
Aber Demokratie funktioniert anders. Wann habt ihr Demokratie erlebt? Erinnert euch an diese Momente, wenn in einer Gruppe unterschiedliche Ansichten
aufeinandertreffen, aber alle so lange sitzen bleiben, bis eine Lösung steht, mit der alle Leben können.
Wenn ein Kompromiss gefunden wurde, der möglichst alle Positionen mit einbezieht und der besser ist als jede Einzelidee am Anfang. Demokratie ist oft langsam. Demokratie ist oft anstrengend. Demokratie wurde von Menschen über Generationen hinweg erkämpft und verteidigt. Und auch heute ist sie keine Garantie. Denn Sie lebt nicht einfach weiter, nur weil ihre Regeln auf einem Stück Papier stehen. Demokratie lebt von uns Menschen. Von uns Menschen, die zuhören Von uns Menschen ihre Stimme nutzen. Von uns Menschen, die nicht wegschauen. Von uns Menschen, die andere Meinungen aushalten. Demokratie ist nicht neutral. Eine demokratische Gesellschaft darf niemals zuschauen, wenn Menschen abgewertet, ausgegrenzt oder gegeneinander aufgehetzt
werden. Jede Veränderung in der Geschichte begann mit Menschen, die geglaubt haben, dass sie etwas verändern können.
Wir dürfen uns niemals einreden lassen, dass unsere Perspektive wertlos ist oder dass wir nichts bewegen können. Dafür müssen wir nicht die Gesellschaft umkrempeln. Es reicht, heute im Alltag damit anzufangen: Beim nächsten Streit jemanden bewusst ausreden zu lassen. Nachzufragen, statt abzuwinken.
Nicht wegzusehen, wenn jemand an den Rand gedrängt wird.
Ich habe meine Rede mit dem Worten von Nelson Mandela begonnen: Demokratie ist kein starres System, sondern eine Lebensweise.
Und eine Lebensweise existiert nur dann, wenn wir sie auch wirklich leben. Jeden Tag, im Kleinen, sowie wie im Großen Miteinander. Veränderung beginnt bei uns Lasst uns Demokratie schützen und gemeinsam leben.
(Vielen Dank.)
Melika Heidar (ASG): Eine gute Demokratie braucht:

Sie braucht faire Löhne, stabile Wohnsituationen und lebenswerte Städte, die für alle Menschen gebaut sind: Senioren, Personen im Rollstuhl, Mütter und Kinder, die vielen Fahrradfahrer.
Sie braucht ein Gesundheitssystem, das sicherstellt, dass Menschen menschlich behandelt werden und Hilfe kriegen wenn sie Hilfe brauchen.
Sie braucht Soziale Programme, günstige Hobbies und Angebote, grüne Flächen, an denen Gemeinschaften zusammenkommen können, und Freunde finden können.
Und vor allem ist es für eine gute Demokratie, die weiterhin bestehen will, absolut essenziell eine gute Bildung zu gewährleisten.
Wir alle kennen die Statistiken: Die am wenigsten Gebildeten neigen am ehesten dazu, unwissend, gegen ihre eigenen Rechte und Wünsche zu stimmen.
Leute in Machtpositionen profitieren von Ignoranz, Unwissen, Propaganda die verbreitet wird. Sie profitieren vom Nicht finanzieren von Schulen, nicht Lehren von Geschichte und Politik und von unserer Einsamkeit. Wir müssen aktiv dagegenhalten, um die Demokratie zu schützen.
In einer Demokratie hat jeder eine Stimme.
Aber was nützt das, wenn wir nicht mit korrekten Informationen und guter Bildung versorgt werden? Wenn wir nach einem langen Tag, in der Schule, auf der Arbeit, ins Internet gucken und ständig mit Schund, KI-generierten Inhalten, Fake News, emotionalen und übertriebenen Unwahrheiten bombardiert werden. Und unsere Stimme letztlich nicht aus einem Ort von Wissen und Bildung kommt, sondern zusammen gepuzzelt wird aus halb Wahrheiten.
In unserer lokalen Gemeinschaft, hier in Hürth, in unseren Schulen ist es von grundlegender Bedeutung, das Ziel einer erfolgreichen Bildung zu verfolgen.
Und eine erfolgreiche Bildung heißt:
Unsere SchülerInnen müssen wissen, was ein Völkermord bedeutet, was im Zweiten Weltkrieg geschah und wie man Extremismus erkennt.
Wir müssen darauf achten, Kriege, Brutalität und traditionelle Geschichtsdarstellungen nicht zu romantisieren und aus geschichtlichen Fehler und gesellschaftlichen Mustern lernen.
Wir müssen uns trauen unsere eigenen Annahmen zu hinterfragen, Freunde zu finden und uns an der Demokratie zu beteiligen.
Und, es muss uns allen bewusst sein, dass das Nicht-Kämpfen für unsere Rechte automatisch bedeutet, uns damit abzufinden, sie zu verlieren.
Vielen Dank
Rede der Schülerin vom EMG:
Rede zu Feminismus- ein falsch verstandener Hilfeschrei
„Feminismus dient dazu uns Männer zu unterdrücken und uns unsere Rechte abzusprechen damit Frauen irgendwann über uns bestimmen können „
Solche Aussagen hört man öfters von Männern, die keinerlei Ahnung von diesem Thema haben und sich gar nicht ausmalen können, wie sehr Frauen benachrichtigt werden, nicht nur auf der Arbeit, es fängt bei anscheinend banalen Alltags Situation an und hört erst da auf, wo Frauen verboten wird, sich zu zeigen oder gar zu reden.
Was steckt wirklich hinter dem Wort Feminismus? Wollen Leute, die den Feminismus unterstützt wirklich die „Macht“ an sich reißen? Nein! Das ist eine Übertreibung von Männern die Angst haben, eine Frau könne sie ersetzen oder sogar überholen, nur um das nochmal klarzustellen, das wird keine Rede die Männer ausschließlich Kritisierten soll, nein, sie dient zur Verdeutlichung der Ungerechtigkeit, die anderen und ich hier oben leisten Aufklärarbeit, da diese viele (*Männer*) wirklich viele, nötig haben.
Feminismus zusammengefasst ist ein Begriff, welcher dafürsteht, dass alle Geschlechter Gleichberechtigt werden sollen, es bedeutet nicht, dass Frauen plötzlich mehr rechte oder Vorteile haben sollen als Männer. Nein, nur die gleichen Chancen und Möglichkeiten, eine vollständige Gleichberechtigung heißt der Abbau von Diskriminierung und die Überwindung des Patriarchats. Feminismus ist kein Angriff auf Männer, mehr ein Angriff auf ein System, welches uns vorschreibt, was wir zutun und zulassen haben, niemand hat uns jemals gefragt, was wir sein wollen oder wer wir sind, oder? Meine Meinung ist, dass keine Person, die sich als streng religiös betitelt Beispiel Christentum und Islam, gleichzeitig den Feminismus unterstützen kann da die großen Religionen, die wir kennen, Frauen teilweise immer noch als Besitz ansehen. In der Bibel wird der Frau z.B. gesagt sich unterzuordnen, das ist nicht wirklich die Gleichberechtigung, die wir wollen, oder? Wir müssen uns nicht die frage stellen, wieso wir den Feminismus brauchen, sondern wie wir es schaffen, ihn nicht mehr zu brauchen.
Wir wollen die gleichen Rechte, die Männer haben, gleiches Gehalt für den gleichen Beruf, keine Reduzierung auf das Geschlecht, für welches wir nichts können. Keine Diskriminierung wie sexistische Bemerkungen oder Grenz Überschreitungen oder Gewalttaten, welche viel zu milde bestraft werden, im Vergleich zu weniger schlimmen Untaten wie z.B. Steuerhinterziehung, einer Meinung nach! Der Gender Pay Gap ist real. 2025 hat eine Studie bewiesen, dass Frauen im Schnitt 37%, laut dem Gender Pay Gap Arbeitsmarkt, wenigen verdienen als Männer für die gleiche Arbeit und für die gleiche Qualifikation. Ist das gerecht? Das fragt man sich. Viele Männer argumentieren im negativen Sinne darüber, dass Frauen ja Mutterschutz Urlaub und Elternzeit beantragen, wenn diese ihre Kinder in die Welt setzen und dies als Vorteil für Mütter sehen. Dies trifft nicht zu, denn wenn man sich das Konzept genau ansieht, hat die Mütter für ihren Beruf nur Nachteile z.B. weniger Rente. Der Ausschlag gebende Punkt ist nicht, dass sich Frauen einen schlechten bezahlten Beruf suchen oder Familie gründen, Nein, es ist der Fakt, dass Frauen, mit den gleichen Qualifikation, geringere Chancen haben wie ein Mann, da dieser oft der Frau vorgezogen wird, da Männern eine Führungsposition zu bieten, vernünftiger klingt. Die Frau wird oft auf ihre angeblichen, durch das Patriarchat geformten, Aufgaben reduziert, wie z.B. Kochen, putzen und auf die Kinder aufpassen.
Während dessen ein Mann gelobt wird, wenn er diese, für Frauen selbstverständlichen Aufgaben erfüllt. Zum Beispiel ist eine Frau die gut kochen kann „nichts besonderes“, ein Mann hingegen wird als Chef Koch betitelt oder eine Mütter die mit ihren Kindern unterwegs ist erfüllt ihre Aufgabe, im Gegenzug ist ein Vater, der dasselbe einmal tut, wenn die Mutter Glück hat, ein lobenswerter Mann. Sogar im Kindesalter, ein gesprächiger, lauter Junge ist selbstbewusst, doch ein Mädchen sollte besser erzogen werden, da diese als „nervig“ empfunden wird. Junge Mädchen werden in Schulen oder sogar zuhause darauf getrimmt gewisse Aufgaben oder Kriterien zu erfüllen. Sei schlau, sei sauber, ordentlich, organisiert, pass dich der schule an, sei nicht zu laut, nicht zu schüchtern, heirate den man, den du liebst und ganz wichtig, bekomm ganz viele Kinder, denn das ist dein Ziel im Leben, Heiraten und Kinder kriegen, das macht dich später glücklich. Nicht? Wie du willst keine Kinder? Wie egoistisch! Ach, du möchtest kein Vater werden? Ja verständlich du musst dich ja auf deine Kariere konzentrieren! Die Falsche Annahme, dass Frauen es ja jetzt viel besser haben, ist vollkommener Schwachsinn. Ich meine ist es gerecht, dass der Weibliche Körper und dessen Gesundheit so viele Forschungslücken hat? Oder, oder, dass man als Frau generell immer Angst haben darf, allein rauszugehen? Ist es moralisch vertretbar, Frauen ihre Rechte zu entziehen, ihnen die Erlaubnis zu reden wegzunehmen? Nehmen wir mal an, eine gewisse Partei übernimmt Deutschlands Regierung. Was hieße das für uns Frauen?
Schauen wir ins Wahlprogramm. Diese Partei will ein Heteronomes, Traditionelles Familien Bild, indem der Mann die Führungsposition einnimmt, und wollen dies und die Steigerung der Geburten mit finanziellen Anreizen Fördern. Des Weiteren haben sie eine strikte Haltung gegenüber der Frauenquote, da sie Frauen nicht als Führungspersonen ansehen. Zum Thema Abtreibung macht sie ihre Position auch deutlich. Nur in den absoluten Notfällen und nach erschwerenden Ultraschall Untersuchungen, welche Vorschrift sind ist die Abtreibung genehmigt. Unter einwenden. Bedeutet das für uns nun Gleichberechtigung? In Ansicht der Wahlergebnisse, welche uns alle erschüttern, wird wieder deutlich, wie gering unsere Bildung bei Frauenrechten ist. Und wieso werden in der Schule nur Männliche Berühmtheiten erwähnt, wie Albert Einstein, Isaac Newton, Pythagoras, Franz Kafka oder Stalin und die für unsere Welt nicht Weg denkbaren Frauen wie z.B. Rosa Parks, welche viel mehr getan hat als im Bus nicht aufzustehen, Marie Curie, ohne die wir keine Begründung für Radioaktivität hätten, außerdem die einzige Person mit 2 Nobelpreisen, einfach nicht erwähnt werden. Auch ohne Hedy Lamar hätten wir heute kein WLAN.
Nun gut, wenn ich jetzt diese Bühne verlasse, möchte ich, dass sie verinnerlichen, was ich hier oben gesagt habe. Ich möchte, dass ihr euch die frage stellt, ob etwas gerecht ist oder ob dies tatsächlich Diskriminierung gegenüber Frauen ist, jeder einzelne von uns kann etwas ändern, etwas für uns und unsere Frauen Rechte. Durch einschätzen von Situationen, oder klare Positionierung. Setzt ein Zeichen für den Feminismus, damit wir irgendwann ohne Angst vor Angriffen, ohne Schlüssel zwischen den Fingern, durch die Straßen wandern können. Irgendwann den Beruf ausüben können, für den wir so hart gearbeitet haben und damit unser Miteinander Friedlicher bleibt und es keine Spaltung mehr zwischen den vielen Geschlechtern gibt.
Die Frage ist nicht mehr wie, sondern wann. Wann werden wir nicht länger durch Ungerechtigkeit gespalten, sondern durch den Feminismus befreit?
Rede der Friedrich Ebert Realschule
An unserer Friedrich-Ebert-Schule gibt es über 700 Schüler und Schülerinnen.
Demokratie ist wie die Luft zum Atmen. Man bemerkt es meistens erst dann, wenn sie fehlt. Jedes Mal, wenn wir eine andere Meinung tolerieren, einen Kompromiss schließen oder unserer Rechte wahrnehmen, leben wir Demokratie.
Demokratie bedeutet, man darf wählen.
An unserer Schule herrscht die Demokratie.
Wir wählen Klassensprecher, SV-Lehrer und Lehrerinnen, Vertrauenslehrer und Vertrauenslehrerinnen, Schülersprecher und Schülersprecherinnen. Die freie Wahl gehört also zu unserem Alltag und ist uns wichtig.
Demokratie bedeutet, man darf seine Meinung frei äußern.
An unserer Schule herrscht die Demokratie:
Wir diskutieren über Themen, sowohl in der Stunde als auch in den Pausen. Jeder darf dabei seine persönliche Meinung frei äußern. Die Meinungsfreiheit gehört zu unserem Alltag dazu und ist uns sehr wichtig.
Demokratie bedeutet, jeder wird gleich behandelt.
An unserer Schule herrscht die Demokratie:
Wir sind eine Schule ohne Rassismus, dafür mit Mut und Courage.
Bei uns werden alle gleich behandelt, egal, welche Muttersprache man spricht, welche Hautfarbe man hat oder welche Religion man hat: Jeder darf hier so sein, wie er ist und wie sein möchte.
Demokratie bedeutet, Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen.
An unserer Schule herrscht die Demokratie.
Wir sind eine Schule, in der wir als Schüler Verantwortung übernehmen.
Wir haben Sporthelfer und Sporthelferinnen.
Wir richten Ehrenämter ein, um unseren Mitschülern zu helfen.
Wir sind Paten für unserer 5-Klässler.
Es gibt 38 Nationen an der Schule, aber wir halten zusammen und es gibt nur eine Gemeinschaft und diese ist und bleibt demokratisch!!
Vielen Dank fürs Zuhören. Lasst und gemeinsam unserer Demokratie leben und beschützen – heute, morgen und darüber hinaus.
Fiona Sperling beendete die Veranstaltung so:
Unser alltägliches Leben was wir führen, war nicht immer selbstverständlich und das wissen wir zwar alle, jedoch entscheiden sich manche immer noch gegen eine vielfältige Gemeinschaft! Ich liebe die Menschen um mich rum mit all ihren Facetten und ihrer Einzigartigkeit. Und dabei ist es egal, welches Geschlecht, welchen Hintergrund, welche Sexualität oder welchen Glauben ein Mensch auslebt. Wir sind alle Menschen und alle leisten ihren Part in der Gesellschaft. Lasst uns lieben und nicht Hass verbreiten.
Vielen Dank, dass ihr heute da wart – gemeinsam sind wir laut für Demokratie!




























