Die Frage, ob man die AfD verbieten solle, kommt nicht von ungefähr. Schließlich ist die Partei in einigen Bundesländern als gesichert rechtsextrem vom Verfassungsschutz eingestuft worden. Auf Bundesebene ist der Sachverhalt in der gerichtlichen Klärung.
Zur derzeitigen Rechtslage

Argumente für ein AfD-Verbot
- Schutz der Demokratie: Befürworter argumentieren, dass eine Partei verboten werden sollte, wenn sie aktiv die freiheitlich-demokratische Grundordnung beseitigen will.
- Verfassungsfeindliche Bestrebungen: Teile der AfD, insbesondere einige Landesverbände und die Jugendorganisation (je nach Zeitpunkt und rechtlicher Einordnung), wurden oder werden von Verfassungsschutzbehörden als extremistisch eingestuft oder beobachtet. Befürworter sehen darin Hinweise auf verfassungsfeindliche Ziele.
- Prävention: Ein Verbot könnte verhindern, dass demokratiefeindliche Strukturen weiter wachsen und staatliche Finanzierung erhalten.
- Signalwirkung: Es könnte ein deutliches Zeichen setzen, dass verfassungsfeindliche Bestrebungen nicht toleriert werden.
BILDEN SIE SICH SELBST EINE MEINUNG:
Das Gutachten zur Verfassungswidrigkeit der AfD – komplett: https://freiheitsrechte.org/uploads/publications/Demokratie/GFF_AfD-Gutachten.pdf, (3000 Seiten)
In lesbaren Abschnitten: https://afd-gutachten.de/gutachten/einfuehrung/
Das Gutachten wurde von der Gesellschaft für Freiheitsrechte erstellt.

Argumente gegen ein AfD-Verbot
- Hohe rechtliche Hürden: Nach dem Grundgesetz kann eine Partei nur vom Bundesverfassungsgericht verboten werden. Es reicht nicht aus, radikale oder verfassungsfeindliche Positionen zu vertreten; die Partei muss auch darauf ausgehen, die freiheitlich-demokratische Grundordnung aktiv zu beseitigen und eine gewisse Erfolgsaussicht dafür haben.
- Demokratische Auseinandersetzung: Kritiker eines Verbots meinen, politische Parteien sollten vor allem durch Wahlen und öffentliche Debatten bekämpft werden, nicht durch Verbote.
- Möglicher Märtyrer-Effekt: Ein Verbot könnte Anhänger in ihrer Überzeugung bestärken und extremistische Einstellungen eher verstärken als abbauen.
- Vertretung der Wähler: Ein Verbot würde Millionen Wählerinnen und Wähler ihrer gewählten Partei berauben, was gesellschaftliche Spannungen verstärken könnte.
- Ungewisser Ausgang: Selbst ein Verbotsverfahren könnte scheitern. Ein erfolgloser Antrag könnte die Partei politisch stärken.